Influencer verdienen mit Produktplatzierungen — aber nicht immer klar gekennzeichnet. Jugendliche erkennen Werbung oft nicht. Neue Regeln sollen das ändern.
Die Fakten
- Kennzeichnungspflicht: Werbung muss als Werbung erkennbar sein.
- Rechtsgrundlage: Medienstaatsvertrag + UWG (Wettbewerbsrecht).
- Bei Verstößen: Bußgelder durch Landesmedienanstalten.
Einordnung
Für dich als Konsument: Lerne, Werbung zu erkennen — besonders wenn sie als Empfehlung getarnt ist. Die Kennzeichnung schützt vor Täuschung — aber sie funktioniert nur, wenn du sie auch beachtest.
Wenn Werbung wie Empfehlung aussieht
Influencer verdienen mit Produktplatzierungen — Kosmetik, Snacks, Apps, Fashion. Das Problem: Nicht immer ist klar, was Werbung ist. Ein Video, in dem ein Influencer beiläufig ein Getränk „empfiehlt“, wirkt wie Freundschaft — ist aber bezahlt. Jugendliche erkennen Werbung oft nicht, weil sie in Alltagsszenen eingebettet ist, die wie privates Erleben wirken.
Genau deshalb gibt es die Kennzeichnungspflicht: Werbung muss als Werbung erkennbar sein — mit „Werbung“, „Anzeige“ oder „Bezug“, sichtbar und eindeutig. Rechtsgrundlage sind der Medienstaatsvertrag und das Wettbewerbsrecht (UWG). Kontrolliert werden die Regeln von den Landesmedienanstalten; Verstöße können Bußgelder kosten.
Die Grauzonen
Die Praxis ist komplizierter als das Gesetz. Was ist mit Affiliate-Links (Influencer bekommt Provision bei Kauf)? Was mit Produkten, die „geschenkt“ wurden? Was mit eigener Marke des Influencers? Gerichte und Medienanstalten haben dazu entschieden: Affiliate-Links müssen gekennzeichnet werden, Geschenk-Produkte zählen als Werbung, eigene Produkte sind_INTERessen-konflikt — auch hier ist Transparenz Pflicht.
Und es gibt einen Trick-Modus: Influencer platzieren Werbung ohne Kennzeichnung, mit Hinweisen wie „Danke an X“ oder versteckt in Challenges. Die Rechtslage ist klar — aber die Kontrolle ist schwer: Millionen Videos, kleine Kanäle, schnell gelöschte Posts. Medienanstalten greifen meist nur ein, wenn jemand meldet.
„Werbung, die sich versteckt, ist keine Meinung — sie ist Kaufargument in Verkleidung. Deshalb muss sie sich zu erkennen geben.“Sinngemäße Logik der Kennzeichnungspflicht
Was du tun kannst
Drei Werkzeuge: Erstens fragen — Würde dieser Creator das Video machen, wenn er nicht bezahlt würde? Zweitens prüfen — viele Influencer haben Kennzeichnungen im Videotext oder in der Beschreibung versteckt. Drittens melden — Verstöße kannst du bei den Landesmedienanstalten melden; die Plattformen selbst haben Meldefunktionen für nicht gekennzeichnete Werbung.
Und zum Schluss eine Denkanstöße: Werbung ist nicht schlecht — Influencer verdienen damit ihr Leben, und gute Werbung kann sogar unterhaltsam sein. Das Problem ist die Täuschung. Transparenz ist kein Hass auf Kreative, sondern Fairness gegenüber denen, die zuschauen.
Für Kennzeichnung
Transparenz schützt vor Täuschung — Jugendliche sollen wissen, was Werbung ist.
Kritik
Zu strenge Regeln schränken kreative Inhalte ein — und die Umsetzung ist schwer zu kontrollieren.
Quellen

