Der Bundesrat ist die zweite Kammer des Parlaments — die Vertretung der 16 Bundesländer. Ohne ihn können viele Gesetze nicht beschlossen werden. Was macht der Bundesrat?
Die Fakten
- 68 Stimmen von 16 Bundesländern.
- Zustimmungspflichtige Gesetze brauchen die Mehrheit des Bundesrats.
- Die Stimmengewichtung ist proportional zur Einwohnerzahl.
Einordnung
Der Bundesrat schützt die Länder vor Bundes-Macht — Föderalismus bedeutet: Länder haben eigene Rechte und Zuständigkeiten. Aber: Er kann Gesetze auch blockieren — deshalb ist Kompromiss wichtig.
Die zweite Kammer
Der Bundesrat ist die Vertretung der 16 Bundesländer auf Bundesebene — die zweite Kammer des Parlaments sozusagen. Er sitzt im ehemaligen Preußischen Herrenhaus in Berlin und hat 68 Stimmen: Die Länder bekommen je nach Einwohnerzahl drei bis sechs Stimmen (Nordrhein-Westfalen als größtes Land sechs, kleine Länder wie Bremen drei). Gesendet werden die Stimmen von den Landesregierungen — von Ministern und Senatorinnen, nicht von direkt gewählten Vertretern.
Die Idee dahinter: Der Bund soll nicht über die Köpfe der Länder hinweg regieren. Was die Länder umsetzt — Schulen, Polizei, Kommunalfinanzen — muss auch von den Ländern mitbeschlossen werden können.
Was der Bundesrat macht
Jedes Bundesgesetz geht durch den Bundesrat — aber nicht jedes braucht seine Zustimmung. Zustimmungspflichtige Gesetze betreffen unmittelbar die Landesverwaltung (etwa Schulgesetze, Polizeirecht, Steuern, die die Länder betreffen): Ohne Bundesrat-Ja sind sie tot. Einspruchsgesetze kann der Bundesrat nur verzögern — der Bundestag kann den Einspruch überstimmen.
Realpolitisch wichtig: Wenn Regierung und Bundesrat-Mehrheit unterschiedlich besetzt sind — etwa eine schwarz-grüne Bundesregierung und eine SPD-geführte Ländermehrheit — spricht man von einer „gebrochenen“ Legislative. Dann kann der Bundesrat zum Bremser werden, und die Bundesregierung muss Kompromisse suchen.
„Der Bundesrat ist das Ventil des Föderalismus: Er macht Bundsgesetze langsamer — aber er macht sie auch tragfähiger.“Sinngemäße Bewertung des Föderalismus
Kritik und Verteidigung
Kritiker sehen im Bundesrat ein Blockade-Instrument: Parteipolitik im Ländermantel — Oppositionsregierungen nutzen die Länderkammer, um Bundestagsvorhaben zu stoppen. Und die Stimmengewichtung sei unfair: Kleine Länder bekommen überproportional viele Stimmen pro Einwohner.
Verteidiger halten dagegen: Ohne Bundesrat würden zentrale Gesetze die Länder vor vollendete Tatsachen stellen — und die Finanzlast bei ihnen abladen. Der Föderalismus ist ein Kompromiss aus 1949: Nach der NS-Zentralherrschaft wollte man Macht verteilen. Der Bundesrat ist der Preis dafür — und seine Versprechen gleichzeitig.
Für den Bundesrat
Länder-Schutz: Bundesgesetze brauchen die Zustimmung der Länder — Machtbalance zwischen Bund und Ländern.
Kritik
Blockade-Potenzial: Der Bundesrat kann Bundesgesetze stoppen — Parteipolitik statt Sachpolitik.
Quellen

