Anbaugebote, Vereine, Apotheken-Modelle: Die Legalisierung war die größte Drogenpolitik-Reform seit Jahrzehnten. Wie sieht die Bilanz aus — und was gilt für unter 18?
Die Fakten
- Für unter 18 bleibt Cannabis komplett verboten — auch nach der Reform.
- Cannabis-Vereine (Anbau-Genossenschaften) dürfen Erwachsenen-members versorgen.
- Der Schwarzmarkt sollte trockenfallen — erste Bilanzen zeigen gemischte Ergebnisse.
Einordnung
Wichtig für dich: Besitz und Konsum unter 18 bleibt strafbar und schadet dem sich entwickelnden Gehirn nachweislich stärker als bei Erwachsenen. Die Reform ändert nichts an der Biology für Teenager.

Die größte Drogenreform seit Jahrzehnten
Vor einem Jahr trat das Cannabis-Gesetz in Kraft: Erwachsene dürfen seitdem Cannabis besitzen, anbauen und in EigenAnteilen konsumieren. Anbau-Genossenschaften — sogenannte Cannabis-Vereine — versorgen ihre Mitglieder legal. In einigen Modellregionen ist der Kauf in Apotheken möglich. Die Reform war die größte Änderung der Drogenpolitik in Deutschland seit den 1970er-Jahren.
Klar bleibt: Für unter 18-Jährige ist Cannabis komplett verboten — Kauf, Besitz und Konsum. Schulen und Kindergärten sind Rauch-freie Zonen im Umkreis von 100 Metern. Wer als Jugendlicher erwischt wird, muss mit Erziehungsmaßnahmen und Aufsichts-Beteiligung der Eltern rechnen.
Die Bilanz nach einem Jahr
Die erste Bilanz ist gemischt. Auf der Habenseite: Millionen Konsumenten sind keine Kriminellen mehr, die Gerichte sind entlastet, Polizei-Ressourcen sind frei geworden für andere Aufgaben. Die Qualität der legalen Ware ist kontrolliert — Schadstoffe und Verunreinigungen sind dokumentiert, statt unbekannt.
Auf der Sollseite: Der Schwarzmarkt ist nicht trockengefallen, wie erhofft. Die Vereine sind überlaufen, die Aufnahme dauert Monate, und wer keinen Verein findet, kauft weiterhin illegal. Die Zahl der Konsumenten ist nach ersten Erhebungen nicht gesunken — Kritiker sehen genau darin das Problem: Legalisierung als Normalisierung.
„Legal ist nicht gleich gut — und illegal ist nicht gleich gefährlich. Die Wirklichkeit liegt dazwischen, wie so oft.“Bilanz-Debatte in den Medien
Was jetzt diskutiert wird
Die Gesundheitsministerien der Länder melden steigende Notfallzahlen bei Jugendlichen — der Zusammenhang mit der Legalisierung ist umstritten, der Trend nicht. Die Regierung prüft deshalb schärfere Regeln für Werbung und Verpackung. Gleichzeitig fordern Befürworter, die Vereine zu entbürokratisieren und das Apotheken-Modell bundesweit auszuweiten — sonst bleibe der Schwarzmarkt stark.
Für dich heißt das: Gesetzlich bleibt alles beim Alten — unter 18 heißt nein, und zwar aus guten Gründen: Das Gehirn entwickelt sich bis in die Mitte der 20er-Jahre, und Cannabis greift genau dort ein. Die politische Debatte dreht sich um die Frage, wie Erwachsene legal konsumieren können, ohne Jugendliche in die Nähe zu rücken.
Für Legalisierung
Qualitätskontrolle statt Schwarzmarkt, Polizei entlastet, Erwachsene selbst verantwortlich.
Gegen zu viel Liberalisierung
Normalisierung senkt die Hemmschwelle — gerade für Jugendliche ist das riskant.
Quellen

