Einmal im Monat fragt das Institut Infratest dimap rund 1.500 Menschen in ganz Deutschland, wie es ihnen geht und was sie von der Politik halten. Das Ergebnis aus Oktober: Kanzler Merz bei 10 Prozent Zustimmung — der niedrigste Wert, den je ein Kanzler in diesem Trend erreichte. Und die AfD liegt bei rund 28 Prozent. Was bedeutet das — und was nicht?

Die Fakten

  • Laut ARD-DeutschlandTrend Oktober 2026 sind nur 10 % mit der Arbeit von Kanzler Merz zufrieden oder sehr zufrieden (Infratest dimap, infratest-dimap.de).
  • Der Wert ist der niedrigste für einen Kanzler im DeutschlandTrend seit Beginn der Messung 1997 (Zeit, zeit.de; Stern, stern.de).
  • Nur etwa jeder Zehnte ist insgesamt mit der Bundesregierung zufrieden (Infratest dimap).
  • In der Sonntagsfrage (Aggregat mehrerer Institute, nicht der DeutschlandTrend selbst) liegt die AfD bei rund 27,8 % (DW vom 01.10.2026).
  • Das Institut fragt repräsentativ: rund 1.500 zufällig ausgewählte Menschen stehen für 84 Millionen.

Einordnung

Umfragen sind Momentaufnahmen — keine Wahlergebnisse. Sie zeigen Stimmungen, und Stimmungen ändern sich. Wichtig ist die Methode: zufällige Auswahl, große Gruppe, gleiche Fragen. Wer die Methode versteht, erkennt auch, wann Politiker Umfragen als Druckmittel benutzen.

Was ist der DeutschlandTrend?

Symbol zum Thema: Rekordtief für den Kanzler: Was Umfragen wirklich messen

Jeden Monat befragt das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag der ARD etwa 1.500 zufällig ausgewählte Menschen in Deutschland: Wie zufrieden bist du mit der Regierung, dem Kanzler, den Parteien? 1.500 klingt wenig — ist es aber nicht. Bei einer zufälligen Auswahl reicht diese Gruppe, um Aussagen über 84 Millionen Menschen zu treffen. Das ist dasselbe Prinzip wie bei einer Blutprobe: Ein kleiner Tropfen zeigt, was im ganzen Körper los ist.

Die Zahlen im Oktober

Nur 10 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit von Kanzler Merz zufrieden oder sehr zufrieden. Kein Kanzler war im DeutschlandTrend je so unpopulär, seit die ARD das 1997 anfing zu messen. Auch die Regierung insgesamt liegt bei rund 10 Prozent. Und auf die Frage, welche Partei sie wählen würden, landet die AfD in der Summe der Umfragen bei rund 28 Prozent — deutlich vor CDU/CSU und SPD.

Warum ist die Stimmung so schlecht?

Die Forscher sehen drei Gründe: Die Regierung hat nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sichtbar an Rückhalt verloren. Viele Menschen sind verunsichert — von Kriegen, von teurem Leben, von Streit in der Koalition. Und wer frustriert ist, wählt eher Parteien, die gegen das Establishment auftreten. Das ist kein neues Muster: Auch in den 1990ern profitierten Protestparteien von Koalitions-Frust.

Szene zum Artikel: Rekordtief für den Kanzler: Was Umfragen wirklich messen

Was Umfragen NICHT können

Eine Umfrage ist keine Wahlvorhersage. Sie misst eine Stimmung an einem Tag. Bis zur nächsten Bundestagswahl kann viel passieren — und am Wahltag zählt nur, wer wirklich wählt. Außerdem: Fragen können Ergebnisse beeinflussen. Wer fragt „Sind Sie zufrieden?", bekommt andere Antworten als wer fragt „Was müsste sich ändern?". Deshalb liest man Umfragen immer zusammen mit der Methode: Wer wurde gefragt, wie viele, wann?

Warum Umfragen wichtig sind

Sie zeigen Politikern, was Menschen denken — zwischen zwei Wahlen, wenn sonst niemand fragt. Und sie machen Stimmungen vergleichbar: über Monate, Regionen und Themen.

Warum man vorsichtig sein muss

Umfragen sind keine Vorhersagen. Kleine Stichproben-Zufälle, fragende Formulierungen und panic-hafte Schlagzeilen können Werte dramatisch wirken lassen. Und: Gewählt wird am Ende von denen, die tatsächlich wählen gehen.

Quellen